{"id":45,"date":"2021-01-20T12:00:22","date_gmt":"2021-01-20T11:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.georgs-orden.at\/?page_id=45"},"modified":"2026-04-21T10:03:26","modified_gmt":"2026-04-21T08:03:26","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.georgsorden.eu\/de\/geschichte\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unsere Wurzeln<\/h3>\n\n\n\n<p>Der St. Georgs-Orden ist ein dynastischer Hausorden und vereint ritterliche Tradition mit der Idee eines vereinten Europas im Sinne Otto von Habsburgs politischer Ideen. Die Wurzeln des Ordens reichen weit zur\u00fcck, nicht entsprechend einer ununterbrochenen Kontinuit\u00e4t, doch in der Fortf\u00fchrung eines Ideals christlichen Rittertums. Die Geschichte des Georgsordens in Mitteleuropa beginnt im K\u00f6nigreich Ungarn des 14. Jahrhunderts, erlebt seine Bl\u00fctezeit als habsburgischer Hausorden zu Beginn der Neuzeit, wird nach dem Ende des Ersten Weltkriegs neu interpretiert und als dynastischer Hausorden des 21. Jahrhunderts im Auftrag von SKKH Erzherzog Otto und seinem Sohn SKKH Karl von Habsburg erneuert fortgef\u00fchrt. 2008 wurde in M\u00fcnchen ein erstes Ordenskapitel gew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"701\" src=\"https:\/\/www.georgsorden.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Ritter-im-Kirchenkleid-undRuestung-web-1024x701.jpg\" alt=\"Ritter vom Orden des St. Georg in K\u00e4rnten - im Kirchenkleid und in R\u00fcstung\" class=\"wp-image-3749\" srcset=\"https:\/\/www.georgsorden.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Ritter-im-Kirchenkleid-undRuestung-web-1024x701.jpg 1024w, https:\/\/www.georgsorden.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Ritter-im-Kirchenkleid-undRuestung-web-300x206.jpg 300w, https:\/\/www.georgsorden.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Ritter-im-Kirchenkleid-undRuestung-web-768x526.jpg 768w, https:\/\/www.georgsorden.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Ritter-im-Kirchenkleid-undRuestung-web.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>\u201eRitter vom Orden des St. Georgs in K\u00e4rnten\u201c im Kirchenkleid und in R\u00fcstung<\/em><br><em>Stiche aus P. Hippolyt Helyots \u201eAusf\u00fchrliche Geschichte aller geistlichen und weltlichen Kloster- und Ritterorden.\u201c, Band 4, Arkstee und Merkus, Leipzig 1756, Privatsammlung Wien<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der heilige Georg<\/h3>\n\n\n\n<p>Georg der M\u00e4rtyrer ist einer der beliebtesten Heiligen der Christenheit, sein Gedenktag ist der 23. April. Georg ist Schutzpatron Englands, Georgiens, \u00c4thiopiens, Griechenlands, Serbiens, Aragons und Kataloniens sowie \u2013 gemeinsam mit dem heiligen Joseph \u2013 Landespatron von Tirol. Er z\u00e4hlt zu den 14 Nothelfern und gilt als Besch\u00fctzer bei Kriegsgefahr, Pest und Fieber. Er ist Patron der Soldaten, Bauern, Reiter, Bergleute, Schmiede und der Gefangenen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber den historischen Georg ist wenig bekannt. Er starb als M\u00e4rtyrer in Nikomedia, dem heutigen Izmir \u2013 anderen Legenden nach in Lydda, dem heutigen Lod in Israel \u2013 zu Beginn der Christenverfolgung unter Diokletian. Seine Verehrung begann schon im 4. Jahrhundert, so gibt es wohl keinen Grund, an seiner Existenz zu zweifeln. Legenden zufolge wurde er als Sohn einer reichen Familie in Kappadokien geboren, seine Mutter Polychronia war Christin und lie\u00df auch ihn taufen. Georg war Soldat in der r\u00f6mischen Armee und wurde f\u00fcr seinen Mut ausgezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Figur des Heiligen ist mit zahlreichen Legenden verbunden, am ber\u00fchmtesten ist sein Kampf mit dem Drachen. In der \u201eLegenda Aurea\u201c aus dem 13. Jahrhundert wird berichtet, dass der Ritter Georg in die Stadt Silena in Libyen kam. Dort hauste ein Drache, der die Stadt mit seinem Gifthauch verpestete, die Einwohner mussten ihm t\u00e4glich L\u00e4mmer opfern und als es keine mehr gab, wurden die S\u00f6hne und T\u00f6chter dem Untier vorgeworfen. Eines Tages traf das Los die K\u00f6nigstochter, doch als sie dem Drachen vorgeworfen wurde, erschien Georg. Er schlug mit seiner Lanze das Kreuzzeichen und durchbohrte den Drachen, t\u00f6tete ihn jedoch nicht. Er forderte die K\u00f6nigstochter auf, den Drachen mit ihrem G\u00fcrtel zu binden und in die Stadt zu f\u00fchren. Die Bewohner gerieten in Panik, doch Georg versprach, den Drachen zu t\u00f6ten, wenn sich alle taufen lie\u00dfen. Der K\u00f6nig und 20.000 Menschen bekehrten sich zu Christus und Georg erschlug das Untier.<\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"472\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.georgsorden.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Wien-Museum-Online-Sammlung-126102-1-3_web.jpg\" alt=\"Malerei des heiligen Georgs auf einem Schild\" class=\"wp-image-3750\" style=\"width:322px;height:546px\" srcset=\"https:\/\/www.georgsorden.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Wien-Museum-Online-Sammlung-126102-1-3_web.jpg 472w, https:\/\/www.georgsorden.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Wien-Museum-Online-Sammlung-126102-1-3_web-177x300.jpg 177w\" sizes=\"auto, (max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Malerei des hl. Georgs auf einem Schild (Setztartsche), wahrscheinlich \u00f6sterreichische, um 1480\u20131490, Wien Museum Inv.-Nr. 126102, CC BY 4.0,<\/em><br><em>Foto: Birgit und Peter Kainz, Wien Museum<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Schutzpatron der Ritter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Verehrung des Heiligen verbreitete sich schon fr\u00fch \u00fcber die ganze Christenheit. In Byzanz wurde er ab 525 als Soldaten- und Adelsheiliger verehrt, ab dem Jahr 1000 setzte sich in den Ostkirchen die Drachenlegende durch, im Westen zur Zeit der Kreuzz\u00fcge.<\/p>\n\n\n\n<p>1099 soll Georg, auf einem wei\u00dfen Pferd reitend, den Kreuzfahrern zum Sieg \u00fcber die Sarazenen bei Antiochia verholfen haben. Richard L\u00f6wenherz machte ihn zu seinem pers\u00f6nlichen Schutzpatron, auf der Synode von Oxford 1222 wurde der Namenstag des Heiligen zum nationalen Feiertag. Georg galt als Patron der Ritter aus dem Heiligen R\u00f6mischen Reich, auch der 1191 vor Akko gegr\u00fcndete Deutsche Orden f\u00f6rderte seine Verehrung. Um 1250 verfasste Reinbot von Durne im Auftrag des bayrischen Herzogs Otto II. des Erlauchten aus dem Haus Wittelsbach den Georgsroman, eine Versdichtung \u00fcber den Heiligen, die zu den verbreitetsten B\u00fcchern des Mittelalters z\u00e4hlte und St. Georg als Vorbild des christlichen Ritters pries.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ritterorden und Rittergesellschaften im K\u00f6nigreich Ungarn<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Der Georgsorden des Hauses Anjou<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 23. April 1326, dem Georgstag, wurde vor dem Domkapitel von Gran, dem ungarischen Esztergom, die Satzung einer vom ungarischen K\u00f6nig Karl I. (1301\u20131342) aus dem Haus Anjou gegr\u00fcndeten Gesellschaft verk\u00fcndet, die \u201esowohl sein Leib als auch sein Leben und damit das Land zu sch\u00fctzen hatte.\u201c Das Gr\u00fcndungsstatut befindet sich heute im ungarischen Nationalarchiv samt dem Siegel mit der Darstellung des heiligen Georgs als Drachent\u00f6ter.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war der erste weltliche Ritterorden und wurde zum Vorbild der dynastischen Orden. Der ungarische Georgsorden bl\u00fchte noch unter K\u00f6nig Ludwig dem Gro\u00dfen (1342\u20131382), doch \u00fcberdauerte er nicht die Thronstreitigkeiten, die nach dem Tod Ludwigs in Ungarn entbrannten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Drachenorden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 12. Dezember 1408 gr\u00fcndete Sigismund (1382\u20131437) aus dem Haus <br>Luxemburg als K\u00f6nig von Ungarn den Drachenorden. Die Satzung setzt den Kampf gegen \u201edie Anh\u00e4nger des Urdrachens, das hei\u00dft sowohl gegen die heidnischen Truppen als auch die Schismatiker\u201c und gegen alle Nationen, die sich gegen den christlichen Glauben wenden, zum Ziel. 1409 wurden die \u00f6sterreichischen Herz\u00f6ge Ernst, Wilhelm und Albrecht aus dem Haus Habsburg und weitere 24 \u00f6sterreichische Adelige in den Orden aufgenommen. Der Drachenorden war interkonfessionell, auch orthodoxe Christen wurden aufgenommen. Es war auch die einzige Rittergesellschaft, die Frauen aufnahm, darunter Barbara von Cilli, die Ehefrau von Kaiser Sigismund.<\/p>\n\n\n\n<p>1431 verlieh der K\u00f6nig dem Woiwoden der Walachei Vlad II. die Mitgliedschaft im Orden. Seinen Beinamen \u201eDracul\u201c (Drache) bekam er, nachdem er in die Gesellschaft eingetreten war \u2013 der Name, den sp\u00e4ter sein Sohn Vlad III. Tepes in der Literatur und in der Popkultur erhielt. Dracula ist schlussendlich also auf den Drachenorden zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Drachenorden \u00fcberdauerte seinen Gr\u00fcnder Sigismund. Sein Nachfolger K\u00f6nig Albrecht aus dem Haus Habsburg verlieh den Orden an potenzielle Verb\u00fcndete im Reich. Nach Albrechts fr\u00fchem Tod (1397\u20131439) wurde sein nachgeborener Sohn Ladislaus Postumus (1440\u20131457) nicht nur K\u00f6nig von Ungarn, sondern auch Gro\u00dfmeister des Drachenordens. Sein Cousin Friedrich von \u00d6sterreich (1415\u20131493) \u2013 als Kaiser Friedrich III. bekannt \u2013 \u00fcbte f\u00fcr Ladislaus die Regentschaft aus und verlieh zumindest zweimal auch den Drachenorden. Unter K\u00f6nig Matthias Corvinus (1443\u20131490) soll der Drachenorden noch ein letztes Mal verliehen worden sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der St. Georgs-Orden als Hausorden der Habsburger<\/h3>\n\n\n\n<p>1337 gr\u00fcndete Herzog Otto der Fr\u00f6hliche (1301\u20131339) eine Rittergesellschaft, die Societas Templois. Versammlungsort war die Georgskapelle der Wiener Augustinerkirche, bis 1378 werden dort liturgische Versammlungen des Ordens erw\u00e4hnt. Otto der Fr\u00f6hliche, Gr\u00fcnder des ersten, mit dem Heiligen Georg verbundenen Ritterorden, starb im von ihm gestifteten Kloster Neuberg an der M\u00fcrz und wurde dort auch begraben.<\/p>\n\n\n\n<p>1462 wurde Kaiser Friedrich III. von aufst\u00e4ndischen B\u00fcrgern in der Wiener Hofburg belagert. Er gelobte bei einem gl\u00fccklichen Ausgang die Gr\u00fcndung eines dem Heiligen Georg geweihten Ritterordens zur Abwehr der T\u00fcrken. 1468 reiste der Kaiser nach Rom, wo Papst Paul II. die Gr\u00fcndung des Ordens best\u00e4tigte. Am 1. J\u00e4nner 1469 wurde die Stiftungsbulle des Ordens ausgestellt, erster Hochmeister wurde Johann Siebenhirter, ein enger Vertrauter des Kaisers. Sein Hochmeister-Schwert hat sich bis heute im K\u00e4rntner Landesmuseum erhalten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"374\" src=\"https:\/\/www.georgsorden.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/SiebenhirterTafel-web.jpg\" alt=\"Oberteil der Siebenhirter Tafel\" class=\"wp-image-3755\" srcset=\"https:\/\/www.georgsorden.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/SiebenhirterTafel-web.jpg 800w, https:\/\/www.georgsorden.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/SiebenhirterTafel-web-300x140.jpg 300w, https:\/\/www.georgsorden.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/SiebenhirterTafel-web-768x359.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Oberteil der Siebenhirter Tafel, um 1490, K\u00e4rntner Landesmuseum, Copyright BDA, Foto: Petra Laubenstein<br>Der Oberteil der Siebenhirter-Tafel zeigt die Einsetzung des ersten Hochmeisters des St.-Georgs-Ritterordens, Johann Siebenhirter, am ersten Januar 1469 in der Lateranbasilika zu Rom durch Papst Paul II. und den Ordensgr\u00fcnder Kaiser Friedrich III. In einer Synchrondarstellung sieht man stehend Kaiser Friedrich, sitzend den Papst und davor knieend Johann Siebenb\u00fcrger beim Treueeid, Ritterschlag und bei der Investitur mit dem Ordenstalar.<br>Die gro\u00dfformatige Tafel befand sich urspr\u00fcnglich in der Siebenhirter Kapelle im ehemaligen Benediktinerstift Millstatt und z\u00e4hlt heute zu den Sch\u00e4tzen gotischer Malerei des K\u00e4rntner Landesmuseums. 2020 wurde die Tafel aufwendig restauriert<\/em>.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ordenssitz wurde das Kloster Millstatt, das zur Hochmeisterresidenz ausgebaut wurde. In der Kirche finden sich die Epitaphe der Hochmeister Johann Siebenhirter (\u20201508) und dessen Nachfolger, Johann Geumann (\u20201533).<\/p>\n\n\n\n<p>Kaiser Maximilian (1459\u20131519) war ein gro\u00dfer F\u00f6rderer des von seinem Vater gegr\u00fcndeten Georgsorden. 1493 stiftete er in Innsbruck die St. Georgs-Bruderschaft, eine weltliche Verbindung, die dem Orden angegliedert sein sollte. Als Maximilian starb, ordnete er an, im Ornat eines Georgsritters beigesetzt zu werden. Sein Totenbild, heute im Joanneum in Graz, zeigt seinen Leichnam eingeh\u00fcllt in schwarzen Atlas mit dem Georgskreuz darauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter Maximilians Nachfolger Kaiser Karl V. wurde das Goldene Vlies zum Hausorden der Habsburger, gleichzeitig schwand das Interesse am Georgsorden. Nach dem Tod des dritten Hochmeisters Wolfgang Prandtner 1541 wurde kein Nachfolger bestellt. 1573 wurden die Ertr\u00e4ge der Ordensbesitzungen f\u00fcr das neu gegr\u00fcndete Grazer Jesuitenkolleg verwendet, 1598 der gesamte Ordensbesitz diesem \u00fcbergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Was jedoch blieb, war die Verehrung des heiligen Georgs. Kaiser Maximilian hatte diesen zum Schutzpatron des Hauses Habsburg erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Orden der Vier R\u00f6mischen Kaiser, auch Alter Orden vom St. Georg<\/h3>\n\n\n\n<p>1768 stiftete Reichsgraf Philipp Ferdinand von Limburg-Styrum den \u201eOrden des alten Adels der Vier R\u00f6mischen Kaiser\u201c und bezog sich dabei auf eine 1308 erfolgte Ordensgr\u00fcndung durch Heinrich VII., den ersten Kaiser aus dem Hause Luxemburg. Limburg-Styrum war eines der kleinsten Territorien des Heiligen R\u00f6mischen Reiches, erlangte aber bereits Anfang des 13. Jahrhunderts die Reichsunmittelbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>1794 starb Reichsgraf Philipp Ferdinand, sein Nachfolger Ernst Maria verlor noch im gleichen Jahr die Herrschaft wegen der Besetzung durch die Truppen des revolution\u00e4ren Frankreichs, 1806 wurde die Reichsgrafschaft endg\u00fcltig mediatisiert. Die Bedeutung als Hausorden der Reichsgrafen von Limburg-Styrum hatte der \u201eOrden vom alten Adel der Vier R\u00f6mischen Kaiser\u201c wahrscheinlich bereits mit dem Tod von Philipp Ferdinand verloren.<\/p>\n\n\n\n<p>1838 reorganisierte Joseph Vicomte de Kerckhove-Varent den Orden und betonte die Kontinuit\u00e4t mit der luxemburgischen Gr\u00fcndung des Ordens im Mittelalter. In der 1841 von Ferdinand von Biedenfeld verfassten \u201eGeschichte und Verfassung aller geistlichen und weltlichen, erloschenen und bl\u00fchenden Ritterorden\u201c wurde diese Kontinuit\u00e4t jedoch in Zweifel gezogen und mangels Quellenmaterials verworfen. Die Insignie des Ordens war ein wei\u00df emailliertes, achtspitziges Kreuz mit den Buchstaben H. C. W. S., den Anfangsbuchstaben der vier Mitglieder des Hauses Luxemburg auf dem Kaiserthron. In der Mitte befindet sich ein Medaillon mit einem Schutzengel auf azurblauem Grund, der Schutzengel war der Patron des Ordens. Der blaue Mittelteil war von einem breiten roten Rand umgeben. Solche Ordenskreuze aus dem 19. Jahrhundert haben sich bis heute erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>1923 gr\u00fcndeten Offiziere der im Ersten Weltkrieg verb\u00fcndeten Mittelm\u00e4chte Deutsches Reich und \u00d6sterreich-Ungarn eine Vereinigung. Ihre Ausrichtung war monarchistisch und stellte sich in die Tradition des Heiligen R\u00f6mischen Reiches. 1926 wurde in einem Reorganisationskonvent in Hannover auch die Tradition des ehemals limburgschen Hausordens integriert, vor allem der Bezug auf die vier luxemburgischen Kaiser und deren Initialen in der Insignie. 1927 wurden zur Vertiefung die Statuten neu angepasst und der Orden erhielt den Namen \u201eAlter Ritterorden vom Sankt Georg genannt Orden der Vier R\u00f6mischen Kaiser\u201c, mit den Balleien Wendland, Niedersachsen, Rheinland-Westfalen, S\u00fcddeutschland und \u00d6sterreich-Ungarn. Ausdruck dieser Erneuerung des Ordens im Geiste war die \u00dcbernahme des Heiligen Georg in das Ordenszeichen. Die Position eines Gro\u00dfmeisters wurde vakant belassen, die Ordensleitung hatte ein Ordensgouverneur inne. 1935 wurde der Sitz des Ordens nach Salzburg in die Ballei \u00d6sterreich-Ungarn verlegt, von wo er gegen den Nationalsozialismus auftrat. 1937 wurde Prinz Johannes von und zu Liechtenstein als Ordensgouverneur eingesetzt. Nach dem Anschluss 1938 wurde auch in \u00d6sterreich das Ordensverm\u00f6gen beschlagnahmt und der Orden verboten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Krieg baute Prinz Johannes die Ordensstruktur als Verein mit dem Namen \u201eSt. Georgs-Klub\u201c mit Sitz in Wien wieder auf. 1960 erfolgte die Umbenennung in \u201eDer Alte Orden vom St. Georg\u201c. Ende der 1960er Jahre \u00fcbernahm Otto von Habsburg den Ehrenschutz. Aus dem Kreis des \u201eAlten Orden vom St. Georg\u201c stammen die Gr\u00fcnder des 2008 erneuerten \u201eSt. Georgs-Orden \u2013 Ein europ\u00e4ischer Orden des Hauses Habsburg-Lothringen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein europ\u00e4ischer Orden des Hauses Habsburg-Lothringen<\/h3>\n\n\n\n<p>Am 18. J\u00e4nner 2008 wurde im Auftrag von SKKH Erzherzog Otto und seinem Sohn SKKH Erzherzog Karl in M\u00fcnchen die Gr\u00fcndung des Europ\u00e4ischen St. Georgs-Orden gefeiert und ein erstes Ordenskapitel gew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 24. April 2010 wurde dem Orden eine neue Verfassung gegeben. Rechtlicher Tr\u00e4ger wurde die nach \u00f6sterreichischem Vereinsrecht gebildete \u201eGesellschaft der Ritter des Sanct Georgs-Ordens\u201c mit dem Ziel, f\u00fcr ein christlich-abendl\u00e4ndisches Europa \u2013 das in Gefahr ger\u00e4t, seine christlichen und historischen Wurzeln zunehmend zu verlieren \u2013 zu k\u00e4mpfen und die historischen Verbindungen der L\u00e4nder Mitteleuropas unter der Schirmherrschaft des Hauses Habsburg-Lothringen zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 30. April 2011 wurde im M\u00fcnster zu Neuberg an der M\u00fcrz \u2013 an der Ruhest\u00e4tte von Herzog Otto dem Fr\u00f6hlichen, dem Stifter des ersten habsburgischen Georgs-Orden \u2013 feierlich durch SKKH Erzherzog Karl als Gro\u00dfmeister der \u201eSt. Georgs-Orden \u2013 Ein europ\u00e4ischer Orden des Hauses Habsburg-Lothringen\u201c als Orden des Erzhauses proklamiert.<\/p>\n\n\n\n<p>SKKH Erzherzog Karl \u00fcbernahm die Gro\u00dfmeisterw\u00fcrde, Baron Dr. Norbert van Handel wurde Ordensprokurator. Am 22. April 2017 berief Gro\u00dfmeister SKKH Erzherzog Karl am Ordenskonvent zu Kufstein Baron Vinzenz von Stimpfl-Abele zum Prokurator des St. Georgs-Orden, unter dessen F\u00fchrung sich unsere Gemeinschaft sukzessive zu einer gesellschaftlich anerkannten, \u00fcberparteilichen wertepolitischen Instanz weiterentwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2024 wurde unser Orden in das Register des ICOC aufgenommen. ICOC ist die Abk\u00fcrzung f\u00fcr \u201eInternational Commission for Orders of Chivalry\u201c, eine 1960 gegr\u00fcndete internationale Kommission, die sich aus Historikern, Genealogen und Heraldikern zusammensetzt und sich der wissenschaftlichen Erforschung sowie der Bewertung von Ritterorden widmet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Register des ICOC verzeichnet jene Orden und ritterlichen Korporationen, deren historische Existenz belegbar ist, die entweder \u00fcber eine nachweislich ununterbrochene Tradition verf\u00fcgen oder von einer legitimen Institution beziehungsweise einer dazu befugten Person reaktiviert wurden. Unser Orden wird im Annex der \u201eDynastischen Orden ehemals regierender H\u00e4user\u201c gef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Wurzeln Der St. Georgs-Orden ist ein dynastischer Hausorden und vereint ritterliche Tradition mit der Idee eines vereinten Europas im Sinne Otto von Habsburgs politischer Ideen. Die Wurzeln des Ordens reichen weit zur\u00fcck, nicht entsprechend einer ununterbrochenen Kontinuit\u00e4t, doch in der Fortf\u00fchrung eines Ideals christlichen Rittertums. 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